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  • nadinemohov

Mein Geburtsbericht - 2. Kind

Aktualisiert: 26. Apr. 2021

Meine 2. Geburt und gleichzeitig meine 1. HypnoBirthing/-Alleingeburt. Diese Geburt war gänzlich anders, als meine 1. Diese Geburt war selbstbestimmt, ruhig und einfach nur traumhaft!! So eine Geburt, wie ich sie mit meiner Tochter erlebt hatte, wünsche ich jeder Frau! Ich war ruhig, gelassen und entspannt; ich vertraute mir, meinem Körper und meinem Baby; ich atmete Kraft und Ruhe ein; ich wusste, in jeder Phase der Geburt, was gut für mich und mein Baby war und konnte mein Baby selbstbestimmt gebären. Auch wenn die Nachgeburt etwas holprig war, lief alles so, wie wir es uns gewünscht haben! Aber lest selber :)


Nachmittags 14:30 Uhr - unser Großer machte gerade noch seinen Mittagsschlaf und ich genoss meine tägliche Mami-Babybauch-Zeit. Ich lag auf dem Sofa und schaute eine Serie, bis ich merkte, dass ich unten herum nass wurde. Die Fruchtblase war geplatz. "Okay, jetzt ruhig bleiben!", redete ich mir immer wieder ein. Die gleiche kurzzeitige Angst, wie damals, als bei meinem 1. Kind die Fruchtblase geplatzt ist, überkam mich. Mein Sohn bekam zum Glück nichts mit. Ich war froh, dass er noch schlief. So konnte ich mich in aller Ruhe wieder fangen. "Das ist schon okay. Das Baby kommt eben etwas früher. Kein Problem. Das kriegst du hin!" Ich machte mir Sorgen, da wir doch eine Hausgeburt, eine Alleingeburt, planten. Ich machte mir Sorgen, dass das Baby noch zu klein ist, dass wir es nicht hinbekamen. Schließlich sind es bis zum Geburtstermin noch 2,5 Wochen... "Doch. Doch, wir kriegen das hin!" Ich streichelte meinen Bauch, mein Baby, und ging im Kopf die Affirmationen, die ich mir während meines HypnoBirthing-Kurses zusammengeschrieben habe, durch. "Du weißt, wann der richtige Zeitpunkt ist. Wir schaffen das." Nach einer Weile hatte ich mich wieder gefangen. Ich überlegte, ob ich meinen Mann anrufen sollte. Erst dachte ich, ich warte einfach bis er nach Hause kommt. Er sollte doch sowieso in ca. 2 Stunden nach Hause kommen. Bis dahin wird sowieso noch nicht viel passieren. Aber ich war mir dann doch zu unsicher und wollte ihn wenigsten aufklären, dass er sein 2. Baby bald in den Händen halten konnte. Also schnappte ich mir mein Handy und rief ihn an.

"Nadine?"

"Hallo. Du, ich glaube meine Fruchtblase ist geplatzt."

"Was?"

Hat er mich gerade wirklich nicht verstanden? Okay, dann halt nochmal - "Ich glaube meine Fruchtblase ist geplatzt. Aber du kannst ruhig noch weiterarbeiten. Ich habe noch keine Wehen oder so. Alles gut."

"Was?"

Naja, Männer... "Ja, kein Scherz. Ich glaube sie ist geplatzt. Aber wie gesagt, du kannst ruhig noch weiterarbeiten und später nach Hause kommen. Du hast ja eh noch eine Besprechung oder?"

"Nein, die ist morgen..." [Mein Mann hatte gesagt, dass das Baby ab übermorgen kommen darf, da er noch eine wichtige Besprechung hatte - tja, unser kleines Baby hat da wohl seinen eigenen Kopf] "Ich komme heim."

"Musst du nicht. Alles gut - ich hab keine Wehen oder so."

"Nein, ich komme heim. Du glaubst doch nicht, dass ich weiter arbeiten kann. Ich komme. Ich fahre gleich los."

Irgendwie war ich nach diesem Satz doch etwas erleichtert. "Okay, aber du musst dich nicht beeilen. Fahr vorsichtig. Mir gehts gut. Unser Sohn schläft auch noch."

Er legte auf. Ich lief grinsend durch die Wohnung. Unser Baby kommt! Wir werden eine Hausgeburt machen. Unser Baby kommt!

Nach einer kurzen Weile wachte dann unser Sohn auf. Ich lief zu ihm, holte ihn aus dem Kinderwagen und trug ihn rein. Wir kuschelten noch - dann klingelte das Handy.

"Ja?", fragte ich.

"Ich bin jetzt auf dem Weg zum Auto. Wie gehts dir?", fragte mein Partner.

"Gut. Dein Sohn ist jetzt wach."

"Okay, ich bin bald daheim." Er klag aufgeregt.

"Okay, aber fahr vorsichtig. Mir gehts gut. Wehen hab ich immer noch keine."

"Ja." Er legte auf.

Ich kümmerte mich um meinen Sohn und wartete auf meinen Mann, der anscheinend sehr aufgeregt war. Ich musste innerlich lachen. Ich war es auch.

Dann kam er nach Hause. Ich erzählte ihm nochmal wie alles ablief und wir kümmerten uns beide um den Großen.

Irgendwann fragte ich meinen Mann ob er morgen dann arbeiten gehen würde, oder ob er daheim bleiben würde. Er sah mich etwas perplex an. Er verstand die Frage nicht. Aber irgendwie war ich mir nicht sicher, dass es jetzt wirklich heute los gehen würde. Ich dachte immer noch, dass das alles nur ein Vorbote war, aber die Geburt erst in ein paar Tagen stattfinden würde :D Ich hatte ja schließlich auch noch keine Wehen. Tja, logisches Denken während der Geburt - Ade...

"Jetzt warte erst mal ab.", winkte er mich nur ab und schüttelte grinsend den Kopf.

Wir brachten unseren Sohn dann irgendwann zwischen 18:30 Uhr und 19:00 Uhr ins Bett und tatsächlich wurden die Wehen dann stärker. Naja, was heißt stärker. Es ziepte eben hier und da etwas - aber wirklich Wehen waren das noch immer nicht. Aber ich hatte wenigstens etwas Hoffnung. Schließlich hatte ich viel in Blogs gelesen, dass die Wehen der Frauen meistens dann stärker wurden, als die Geschwisterkinder im Bett waren und Ruhe einkehrte. Also hoffte ich und sehnte mich nach Wehen.

Mein Mann meinte, nachdem er unseren Sohn ins Bett gebracht hatte, dass wir doch noch gemütlich den Film zu Ende gucken könnten. (Wir hatten am vorherigen Abend angefangen einen Film zu gucken und sind nicht fertig geworden) Also taten wir das auch. Aber die Wehen wurden wieder schwächer.

Nach dem Film (der ja nicht mehr lange gedauert hatte) legte ich mich neben meinen Mann aufs Sofa. Er beschloss dann noch ein Buch zu lesen. Ich versuchte zu schlafen - ich war müde und genervt, dass keine Wehen in Sicht waren. Ich schlief ein, wachte jedoch immer wieder auf und konnte eigentlich nicht wirklich schlafen, obwohl ich müde war. Gegen 00:00 Uhr hatte ich dann keine Lust mehr.

"Lass uns ins Bett gehen. Ich mag nicht mehr. Was bringt es jetzt wach hier rum zu liegen und die Wehen wollen einfach nicht kommen. Wenn die dann morgen anfangen und wir heute die ganze Nacht durchmachen, bringt es mir auch nichts. Dann bin ich morgen nur müde..."

Mein Mann stimmte mir zu und wir gingen ins Bett.

Und dann, ganz plötzlich, sobald ich im Bett lag, fingen die Wehen an wieder stärker zu werden. "Jaaaa!!", schrie ich förmlich in Gedanken. Ich war auf einmal voller Zuversicht! Mein Mann schnarchte neben mir und unser Großer schlief auch wie ein Stein. Die Wehen wurden immer stärker und kamen in immer genaueren Zeitabschnitten. Sie wurden regelmäßiger. Ich nickte immer wieder zwischen den Wehen etwas ein, ging immer mal wieder auf die Toilette und sah auf die Uhr, sobald eine Wehe kam. Ich veratmete jede einzelne Wehe, so wie ich es in "HypnoBirthing" gelernt hatte. Das tat gut. Ich wusste noch, bei meiner letzten Geburt musste ich irgendwann mittönen (naja wohl eher mitschreien). Aber ich wollte leise sein. Ich wollte noch die Zeit genießen, in der niemand, außer das kleine Baby in mir, und ich, wussten, was jetzt bald geschehen würde. Aber irgendwann setzten die Wehen ziemlich stark und fest ein.

Gegen kurz nach 01:30 Uhr beschloss ich meinen Mann zu wecken.

"Ich glaube, ich will in den Pool", sagte ich ihm.

"Bist du sicher?"

"Die Wehen sind jetzt stark und auch regelmäßig."

"Okay." Er stand auf.

"Oder nicht?"

"Das musst du wissen."

"Ich habe Angst, dass sie wieder weggehen... Wegen Ortswechsel und so..." Ich hatte wirklich Angst!

"Du bist zu Hause. Wir wechseln nicht den Ort."

"Okay, dann befüll den Pool." (Der Pool war schon mit Wasser vorgefüllt. D.h. er musste nur noch warmes/ heißes Wasser nachfüllen, damit der Pool von Zimmertemperatur auf die gewünschte Temperatur hochtemperiert wurde.)

Ich blieb noch etwas im Bett liegen, während mein Mann schon den Schlauch anschloss und Wasser im Topf erwärmte. Irgendwann wollte ich aber nicht mehr und beschloss auch aufzustehen - ich hoffte so sehr, dass die Wehen anhielten!!

Während mein Mann heißes Wasser in den Pool schüttete, redete und witzelte ich also mit meinem Mann. Und tatsächlich, die Wehen wurden nicht schwächer. Diesmal war die Eröffnungsphase auch total easy! Die Wehen waren zwar immer wieder etwas unangenehm, aber mit der Atmung total aushaltbar. Das Ganze sah ungefähr so aus - Ich lief herum, eine Wehe kam, ich blieb stehen, stützte mich gegen irgendetwas (Küchenzeile, Gardarobe, etc.) ab, veratmete die Wehen und, als sie wieder weg waren, lief ich wieder meinem Mann hinterher und redete mit ihm. So ging das ein paar Minuten.

Als er dann fertig war (ich denke das war so gegen kurz nach 02:00 Uhr), stieg ich in den Pool - ich saß in der Hocke und lehnte mich mit den Armen über den Poolrand. Die Wehen waren inzwischen doch ziemlich stark. Es tat mittlerweile auch ziemlich weh und war sehr unangehem.

"War das damals wirklich auch so schlimm???", fragte ich meinen Mann, nach einer Wehe.

"Ja, ja ich glaube schon."

Ich dachte, dass es sich noch um Stunden handeln würde - schließlich schrie ich noch nicht. Ich wartete nämlich die ganze Zeit darauf, bis ich anfangen würde zu schreien - so war es ja schließlich auch bei meiner 1. Geburt. Erst als ich anfing zu schreien, war die Geburt nicht mehr weit. Ich wusste kurzzeitig nicht, wie ich das so lange noch aushalten würde!! Ich wollte nicht mehr... Die Wehen waren unangenehm!!

Ich sah immer wieder aus dem Fenster zum Mond. Eigentlich war es richtig romantisch. In unserem Geburtsraum brennte eine Kerze und eine Lichterkette. Außerdem erhellte eine rote Dekolampe den Raum, während der Mond ins Zimmer schien. Alles war perfekt! (Gut, man hätte noch Musik anmachen können - was wir eigentlich auch geplant hatten - aber naja... Vor lauter Aufregung hatten wir das total vergessen)

Und dann....

"Ich muss pressen!!!!!!", rief ich und hatte urplötzlich einen enormen Pressdrang.

"Was??" Er war total perplex... Ich auch...

"Ich presse!!" Und ich presste auch. Ich konnte es nicht aufhalten. Ich griff mit einer Hand nach unten. Nach wenigen Presswehen...

..."Ich spüre den Kopf!! Der Kopf kommt!!" Ich wollte langsam machen - ich hatte Angst, dass wenn es zu schnell gehen würde, ich reißen würde. "Langsam!! Mach langsam!!" Ich redete mit dem Baby, doch das Kleine wartete nicht. "Langsam..." Doch nach wenigen Wehen machte es Blobb und der Kopf wurde geboren. Währenddessen musste ich einen lauten Schrei loslassen. Es war ein kurzer, brennender Schmerz, als ich den Kopf gebar. Ich dachte ich sei gerissen, doch darüber machte ich mir jetzt keine Gedanken mehr. Mein einziger Gedanke war, ob es dem Baby gut geht! Doch sobald der Kopf da war, bewegte es sich. Das kleine Baby bewegte seinen Kopf und strampelte fleißig in mir weiter. Es war ein unbeschreibliches Gefühl!!!!! Dieses Gefühl, wenn ein Baby sich sowohl außer dir, wie auch in dir befindet, und sich bewegt und strampelt - es war unglaublich!!!!

Ich kann dir also versprechen, dein Baby hilft bei der Geburt mit. Nicht du allein bringst dein Baby auf die Welt. Bei jeder Sekunde der Geburt, hilft es dir! Es dreht sich, es strampelt und schiebt mit.

"Es bewegt sich!!", schrie ich überglücklich.

Die nächste Wehe ließ einen kleinen Moment auf sich warten und dann .... dann hatte ich auf einmal gegen 02:30 Uhr ein wunderschönes, kleines Baby geboren. Ich! Ich hatte es geboren!! Niemand anderes! Diese Geburt hatten nur wir - mein Baby und ich - gemeistert!! Und ich war die ganze Zeit bei mir. Ich war klar und wusste zu jedem Zeitpunkt, was ich wollte und was das Beste für mich und mein Baby war. Das Baby wurde in keine fremden Hände geboren! Wir wurden nicht angewiesen, wie wir diese Geburt zu machen hatten! Niemand meinte besser wissen zu müssen, was in dem einen oder anderen Moment die bessere Position oder die bessere Atmung wäre! Wir hatten entschieden!! Wir - das kleine wunderschöne Wesen in meinen Armen und ich - hatten diese Geburt zu einer unvergesslich wunderschönen Teamarbeit gemacht!! Wir waren ein Team!

Ich nahm das kleine Geschöpf in die Arme und hob es sanft aus dem Wasser auf meine Brust. Und ja, das Erste was ich tat, war zu sehen, was es nun geworden ist.

"Ein Mädchen! Wir haben ein Mädchen!!"

Ich war überglücklich!! Insgeheim hatte ich mir ein Mädchen gewünscht. Und während der Schwangerschaft hatte ich auch immer das Gefühl, dass es ein Mädchen werden würde.

Unsere kleine Prinzessin lag auf mir und atmete fleißig. Sie röchelte zwar etwas, aber sie atmete. Mein Mann holte Handtücher, mit denen wir sie zudecken konnten.

Mein Mann weckte dann noch unseren Sohn und brachte ihn ins Geburtszimmer. Wir erzählten ihm, dass seine kleine Schwester gerade geboren wurde - aber er war noch sehr müde. Er lächelte und sah sie an, doch das erste was er sagte war: "Hunger." Wir lachten und mein Mann brachte ihm ein paar Nüsse, die er dann gleich aß. Ich blieb noch eine Weile im Pool, wollte dann aber bald raus. Ich hatte Angst, dass es ihr zu kalt werden würde. Mein Mann brachte zwar immer wieder Handtücher, aber ich entschied dann doch langsam aufzustehen. Mein Mann war bei mir - gefasst darauf, dass es mir eventuell schwindlig werden würde (bei meiner 1. Geburt brach mein Kreislauf immer wieder zusammen und ich kippte sogar um). Doch mir ging es prima. Ich war voller Kraft, voller Energie. Ich stieg aus dem Pool und lief zum Sofa, das auch in dem Zimmer stand. Mein Mann half mir, mich mit unserer Tochter zusammen hinzulegen.

Ich versuchte sie dann zu stillen und legte sie an. Sie verstand sofort und nuckelte kräftig an meiner Brust. Sie trank! Wie schön! Sie trank und nuckelte eine ganze Weile und schlief dann irgendwann ein.

Wir blieben dann noch eine Weile im Geburtszimmer und genossen diesen Moment. Es war so schön. Unsere Tochter lag auf mir, unser großer Sohn saß im Kinderwagen, aß seine Nüsse und beobachtete das kleine Mädchen fasziniert und mein Mann kümmerte sich ganz liebevoll um uns alle.

Aber dann beschlossen wir langsam ins Bett zu gehen. Mein Mann brachte den Großen schon mal ins Bett und ich versuchte noch die Plazenta zu gebären. Ich wollte unsere Tochter erst dann abnabeln, sobald die Plazenta da war. Doch es tat sich nichts.

Mein Mann breitete noch ein Handtuch über meiner Matratze aus und begleitete uns dann ins Bett. Dann lag ich mich mit der Kleinen - die ja noch immer mit mir verbunden war - darauf. Es dauerte nicht lange und ich schlief ein.

Gegen 5:30 Uhr wachte ich dann wieder auf und musste aufs Klo - und zwar ziemlich dringend. Ich weckte also meinen Mann und fragte ihn, wie wir es machen sollten.Denn...

1. Ich wollte unsere Tochter nicht wecken.

2. Aufs Klo konnte ich nicht gehen (was, wenn die Plazenta ins Klo fällt?!)

"Dann nabeln wir sie eben ab. Die Nabelschnur hat ja schon längst auspulsiert und sie war ja jetzt sehr lange mit dir verbunden," schlug er vor. Aber ich wollte nicht. Ich wollte, dass sie so lange mit mir verbunden bleib, bis die Plazenta kam. Aber ich musste so dringend aufs Klo. Also entschieden wir uns doch dafür, sie abzunabeln.

Mein Mann holte in der Küche eine scharfe, in heißem Wasser abgekochte Schere und einen Wollfaden (Filzwolle - das war eine doofe Idee... Wir wollten einen Faden aus natürlichem Material verwenden und hatten noch Filzwolle aus Schafswolle da - aber später stellte sich heraus, dass der Faden ziemlich fest fusselte und die Fusseln überall auf der Nabelschnur kleben blieben... schlimm wars nicht, aber trotzdem würde ich sowas nicht mehr machen). Wir banden die Nabelschnur an der einen Seite und der anderen ab und mein Mann schnitt dazwischen durch. Dann gingen wir zusammen raus aus dem Zimmer und mein Mann brachte mir den alten Topf, den wir für die Plazenta benutzen wollten. Doch immer noch nichts von der Plazenta.

Wir waren etwas unsicher. Wir hatten zwar gelesen, dass bei manchen Frauen die Plazenta auch erst Stunden oder einen Tag nach der Geburt kam, doch laut deutschem Stand, muss die Plazenta innerhalb von wenigen Stunden geboren werden. Ich drückte noch ein paar mal über dem Topf, doch es tat sich nichts. Ich versuchte auch ganz vorsichtig und mit ganz wenig Kraft an der Nabelschnur zu ziehen, doch ich wusste nicht, ob ich da dann etwas "kaputt" machte. Wenn die Plazenta sich noch nicht gelöst haben sollte, dann könnte ich durch das Ziehen Blutungen hervorrufen.

Mein Mann meinte, ich solle doch mal unsere Hebamme anrufen. Also tat ich das. Ich rief sie also gegen 6:30 Uhr an.

"Ja?" Sie klang noch sehr verschlafen. Ich hatte sie geweckt.

"Guten Morgen. Unser Baby kam heute Nacht. Mir geht es gut und unserer Tochter auch. Aber die Plazenta ist noch nicht da. Was soll ich denn machen?"

"Oh, das ist nicht gut. Dann musst du sofort in Krankenhaus. Die Plazenta muss nach 3 Std. raus."

Na toll... Das wollte ich jetzt eigentlich nicht hören. Ich wollte nicht ins Krankenhaus! "Wirklich? Und wenn ich bisschen an der Schnur ziehe?"

"Ja, die muss jetzt raus. Sonst kannst du eine Blutvergiftung kriegen. Nimm dein Baby und dann geht ihr ins Krankenhaus. Man kann schon ein bisschen an der Nabelschnur ziehen, aber du weißt ja nicht wie fest."

"Und wie viel Zeit hab ich noch? Muss ich sie jetzt gleich wecken?"

"Bevor du sie weckst, probierst du noch eins. Hol dir eine ganz normale Flasche und puste mit einem tiefen Ton hinein. Wenn sie dann nicht raus kommt, fährst du aber ins Krankenhaus."

"Okay. Ich melde mich dann wieder." Ich war enttäuscht, dass ich vermutlich doch noch im Krankenhaus landen würde. Aber gleichzeitig war ich verwirrt. Eine Flasche? Wie sollte mir denn jetzt eine leere Flasche bei meinem Problem helfen??

Ich wollte nicht ins Krankenhaus. Ich hatte eine Geburt geschafft - konnte das jetzt nicht auch noch gehen? Ich bat also meinen Mann mir eine Flasche zu bringen - er war auch etwas verwirrt. Dann nahm ich sie, stellte mich in der Hocke über den Topf und pustete, wie meine Hebamme es mir gesagt hatte, in die Flasche und .... plums - die Plazenta flog in den Topf!!!! Ich jubelte innerlich!! Ich hatte es geschafft!!

Mein Mann freute sich auch. Ich rief gleich wieder meine Hebamme an und berichtete ihr davon.

"Super. Das freut mich! Ich kann allerdings erst heute Nachmittag/ Abend vorbei kommen. Ich würde euch dann nochmal anrufen, sobald es bei mir geht. Euch gehts ja gut?"

"Ja klar. Uns gehts prima. Dann bis später."

Glücklich gingen wir wieder ins Bett und schliefen nochmal. Doch dann klingelte gegen 9:30 Uhr mein Handy. Mein Mann sprang auf und ging ran. Es war meine Hebamme - sie meinte, sie hätte jetzt doch gleich Zeit. Sie würde direkt zu uns fahren und wäre dann so gegen 10 Uhr bei uns. Wir standen also alle zusammen auf, machten uns fertig und warteten auf meine Hebamme.

Als sie kam, gratulierte sie uns ganz herzlich und beglückwünschte uns. Sie untersuchte mich und unser kleines Babymädchen und ging dann wieder. Sie würde dann morgen wieder kommen. Wir genossen unseren ersten Tag als vierköpfige Familie und waren überglücklich und so stolz auf uns und dieses wundervolle kleine Mädchen!!

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