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  • nadinemohov

Mein Geburtsbericht - 3. Kind

Aktualisiert: 26. Apr. 2021

Meine 3. Geburt, war wie die 2., eine HypnoBirthing-Alleingeburt. Und auch diese Geburt, war genauso, wie wir es uns gewünscht hatten! Ich hatte mir schon während der Schwangerschaft gewünscht, dass wir diese Geburt diesmal als gesamte Familie erleben würden. Ich wünschte mir, dass nicht nur mein Mann und ich unser neues Familienmitglied Willkommen heißen dürfen, sondern auch seine Geschwister von Anfang an dabei sein konnten. Aber immer wieder hatte ich Sorgen, dass es entweder für die Kinder oder für mich zu anstrengend werden würde. Wäre die Geburt z.B. nachts gewesen, hätte ich sie nicht wecken wollen oder falls es nachmittags gewesen wäre, hatte ich die Befürchtung, dass sie zu aufgedreht wären, um ruhig dazusitzen und auf das Baby zu warten (den Gedanken können bestimmt ein paar Eltern mit mir teilen – wer kennt das nicht, morgens sind die Kinder meistens brav und können schön spielen, aber nachmittags sind sie aufgedreht und nehmen dir die Wohnung/ das Haus auseinander). Jedenfalls wusste ich während der Schwangerschaft nicht, ob und wie mein Traum einer „Familien“-Geburt umgesetzt werden sollte. Aber dann lief alles doch so, wie wir es uns ausgemalt hatten. Unser kleines Baby kam morgens, als alle ausgeschlafen und voller Energie und guter Laune waren! Und diesmal konnten wir gemeinsam, als Familie, die Geburt unseres 3. kleinen Wunders meistern! Unser Baby wurde sofort von uns allen begrüßt und liebkost. Es war direkt ein Teil unserer jetzt 5-köpfigen Familie. Aber lest selbst :)


Am Tag vor der Geburt waren wir bei meinen Eltern zum Grillen eingeladen. Es war ein warmer, sonniger Tag. Bereits dort merkte ich schon, dass irgendetwas anders war. Ich hatte zwar auch schon vor diesem Tag immer wieder einmal einen harten Bauch, der auch spannte, aber an diesem Abend, während und nach dem Grillen, war es irgendwie anders. Intensiver. Ich konnte es aber nicht zuordnen und winkte es einfach ab. Ich nahm es so hin und ging nicht näher darauf ein. An Geburt, dachte ich nicht. Natürlich hoffte ich schon ein paar Tage davor, dass sich unser kleines Baby bald auf den Weg machen würde, aber dieses intensivere Spannungsgefühl im Bauch, brachte ich nicht mit einem baldigen Geburtsbeginn in Zusammenhang.


Am Abend war auch alles so wie immer. Ich lag auf dem Sofa und wir hatten einen gemütlichen Abend. Ich machte mir jedoch bereits schon während der Schwangerschaft immer wieder Gedanken darüber, wie eine Geburt wohl ablaufen würde, wenn nicht als erstes die Fruchtblase platzte. Bei meinen beiden großen Kindern, war der Blasensprung immer das erste Zeichen und leitete die Geburt ein. Irgendwie wusste ich wohl, dass es diesmal anders werden würde. Ich hatte zugegeben ein komisches Gefühl dabei. Würde ich merken, dass es echte Wehen sind? Woher weiß man denn, ob es echte Wehen sind oder nur Übungswehen? Beim Blasensprung war ja alles klar – Fruchtblase geplatzt; Schlussfolgerung: Baby macht sich auf den Weg. Aber ohne Blasensprung? Naja, diese und ein paar andere Gedanken über Geburt beschäftigten mich auch an diesem Abend. Aber das war ja, wie gesagt, nichts Neues. Wir gingen also ganz gemütlich ins Bett und ich schlief ein.

Gegen 01:30 Uhr in der Nacht wachte ich mit Bauchschmerzen auf. Es fühlte sich an, als müsste ich mal "Groß" auf die Toilette. Nachdem ich aber zweimal aufstand und ohne Erfolg auf die Toilette ging, überkam mich das Gefühl, dass da irgendetwas nicht stimmte. Vielleicht die Geburt? Jetzt war ich wach. So schnell konnte ich wohl nicht mehr einschlafen. Ich machte mir Gedanken – konnte es jetzt wirklich los gehen? Und ich konzentrierte mich auf meinen Körper und horchte in mich hinein. Ich sah auch die Uhr und tatsächlich, dieses „Ich-muss-mal-Groß“-Gefühl, kam in regelmäßigen Abständen. Und bald fühlte sich dieses Gefühl auch so an wie leichte Wehen und dann auch wie intensivere Wehen. Also doch!! Aber waren das wirklich echte Wehen? Vielleicht spielte mir mein Körper ja einen Streich und das waren nur Übungswehen. Ich starrte auf die Uhr und atmete ganz leise, während den Wehen, mit der HypnoBirthing-Atemtechnik, die ich bereits bei meiner Tochter angewendet hatte. Meine Kinder und mein Mann schliefen tief und fest. Ich wollte meinen Mann auch nicht wecken – ich war mir ja nicht sicher, ob es wirklich los ging. Also verbrachte ich so meine Nacht. Die Wehen kamen und gingen, aber sie waren nicht regelmäßig. Sie wurden zwar immer intensiver und ich musste manche schon richtig veratmen, aber sie kamen mal alle 5 Minuten und dann wieder alle 10 – 15 Minuten. Manchmal waren sogar fast 20 Minuten Abstand dazwischen. Ich konnte also keine Regelmäßigkeit erkennen. Aber sie wurden eben immer kräftiger.

Gegen kurz vor 6 Uhr merkte ich, dass mein Mann unruhiger wurde und langsam aufwachte. „Bist du wach?“, frage ich ganz vorsichtig.

„Hmm-mh“, antwortete er.

„Ah gut!“, freute ich mich und grinste. „Dann mach mal das Babyphone an und wir stehen auf!“

Mein Mann war verwirrt. „Hä? Warum willst du aufstehen?“, fragte er und wandte sich jetzt mir zu. Normalerweise stand er nämlich unter der Woche gegen 6 Uhr auf und ich blieb noch mit den Kindern im Bett liegen, bis diese eben aufwachten. Er machte sich dann in Ruhe Frühstück, wusch sich ab und fing an zu arbeiten (im Homeoffice-Büro – dank Corona...).

„Weil ich seit ca. 2 Uhr Wehen habe“, antwortete ich amüsiert. Ich fand es lustig ihn überrascht zu haben.

„Oh!“, sagte er und machte schließlich, was ich von ihm verlangt hatte. Wir standen beide auf und er lief schnurstraks ins Bad und holte den Wasserschlauch. Man merkte, wie angespannt er war. Aber nicht aufgrund der Tatsache, dass wahrscheinlich die Geburt bald losgehen würde bzw. wir uns direkt im Geburtsverlauf befanden, sondern weil der Pool noch fertig gemacht werden musste. Wir hatten ihn bereits vor einer Woche aufgeblasen und mit Wasser befüllt (zum Glück, denn er hatte 2 kleine Löcher, die geflickt werden mussten). Aber dieses Wasser war ja bereits eine Woche alt und es war schon etwas Staub darin. D.h. er musste zuerst das „alte“ Wasser ablassen und danach neues rein machen. Und in seinem Kopf war nur „Mist – wie soll ich das schaffen?!?! Das Kind ist gleich da!!!“ :D Bei unserer Tochter ging es ja ruckzuck. Bei ihr hatte ich ab 00:00 Uhr nachts Wehen und gegen 02:30 Uhr war sie bereits da. Wir waren also ca. 30 Minuten wach, ich war höchstens 20 Minuten im Pool und wir hatten unser Baby im Arm. Und jetzt sagte ich ihm, dass ich bereits seit 02:00 Uhr Wehen hatte – das waren ja schließlich schon ca. 4 Std lang! Also laut ihm müsste das Baby ja sozusagen schon da sein! Es war also wirklich lustig ihn so zu sehen. Aber um es vorweg zu nehmen - er schaffte es! Er ließ das Wasser über das Fenster ab und befüllte den Pool mit neuem Wasser. Dann gaben wir die Wäschesäcke mit dem Meersalz dazu und – fertig! Während er den Pool soweit fertig machte, wachte unsere Tochter auf. Ich bin also zu ihr rein und legte mich zu ihr. Sie brauchte Körperkontakt – ich hoffte, sie würde nochmal einschlafen. Ich lag ca. 15 Minuten neben ihr und veratmete neben ihr meine Wehen. Dann schlief sie zum Glück nochmal ein und ich konnte wieder aus dem Schlafzimmer gehen. Sobald der Pool fertig war, verging auch die Anspannung von meinem Mann. Er ging danach erst einmal in die Küche und machte sich einen Kaffee. Ich folgte ihm und wehte vor mich hin. Wir redeten fröhlich, aber während den Wehen musste ich innehalten und veratmen. Mein Mann meinte immer, ich solle doch endlich in den Pool gehen, da die Wehen bei meiner letzter Geburt auch erst richtig anfingen und auch intensiver wurden, als ich im Pool saß. Aber ich wollte noch nicht. Ich war die ganze Nacht im Bett gelegen und jetzt wollte ich mich noch etwas bewegen. Nachdem mein Mann eine Kleinigkeit gegessen hatte (ich hatte keinen Hunger), gingen wir ins Büro – oder besser gesagt, in den Geburtsraum. Dort machte er gemütliche Lichter an und setzte sich noch vor seinen Arbeitslaptop, um seinen Arbeitskollegen zu schreiben, dass die Geburt los ging und dass er heute wohl nicht mehr zum Arbeiten kommen würde. Er trug auch schon Urlaub für die nächsten 3 Wochen ein. Ich war da ja nicht so begeistert davon. Ich glaubte noch immer nicht daran, dass die Geburt jetzt losging. Laut mir konnten das auch immer noch falsche Anzeichen und Übungswehen sein. Genau diese Unsicherheit hatte ich auch bei der Geburt unserer Tochter :D Mein Mann sagte nur „Ja ja“ und winkte mich ab. Aber ich glaubte bis zu den Presswehen, dass es sich nur um einen Fehlalarm handelte.

Zwischen 7:00 und 7:30 Uhr setzte ich mich dann in den Pool. Mein Mann filmte das Ganze immer wieder. Ich wehte vor mich hin, aber die Wehen kamen immer noch nicht regelmäßig. Mal alle 5 Minuten, dann wieder alle 10 Minuten, dann plötzlich alle 3 Minuten und dann doch wieder nur alle 10 Minuten. Sie wurden aber noch intensiver, als ich ins warme Wasser stieg. Mein Mann holte nochmal ein paar Liter heißes Wasser mit dem Wasserkocher, weil es mir doch noch etwas zu kalt war.

Gegen 8 Uhr wachte dann unsere Tochter auf. Mein Mann holte sie und sie kam sofort zu mir in den Geburtsraum, stellte sich vor den Pool, streichelte und küsste mich und fragte, ob das Baby jetzt kommen würde. Ich sagte ja und wir kuschelten – sie vor dem Pool und ich im Wasser. Während den Wehen nahm mein Mann sie auf den Schoß und erklärte ihr, dass ich jetzt „Wellen“ hatte und kurz Ruhe brauchte. Nachdem die Wehe dann wieder vorbei war, hüpfte sie sofort lächelnd und glücklich von seinem Schoß und kam wieder freudestrahlend zu mir. Wir redeten und kuschelten zusammen. Es war so eine schöne gemütliche Atmosphäre!

Gegen 9 Uhr wachte dann auch unser Sohn auf und kam zu uns. Er war noch sehr verschlafen und fragte auch, ob denn jetzt das Baby kommen würde. Er hielt dann sofort meine Hand und wollte sie auch nicht loslassen. Als wieder eine Wehe kam, wollte mein Mann ihn ebenfalls zu sich nehmen, aber er bewegte sich nicht weg. Er wollte meine Hand halten. Er meinte dann nur „Nein. Ich bleibe da."

Kurz nach 9 Uhr fingen dann auch die Presswehen an. Also doch Geburt!! Es freute mich, aber es war ein sehr intensiver Druck. Jetzt tönte ich auch mit, aber ganz leise. Es war kein Schreien, wie bei der ersten Geburt, ich war aber auch nicht so leise, wie bei meiner 2. Geburt. Stattdessen war es mehr ein Summen.

Als die Fruchtblase platzte entfuhr mir aber ein Schrei. Mein Sohn, der noch immer meine Hand hielt, wusste nicht, was nun los war. Mein Mann nahm ihn jedoch gleich zu sich, setzte ihn auf den Stuhl, der vor dem Pool stand, und erklärte ihm, dass das jetzt normal sei und das Baby jetzt kommen würde und er auch ruhig hier sitzen bleiben konnte. Für ihn war das dann okay. Er hatte seinen Platz und er und unsere Tochter verfolgten das Geschehen ruhig und voller Spannung. Irgendwann entfuhr mir nochmal ein lauter Schrei und dann war auch schon das Köpfchen geboren. Es verging eine kurze Zeit und dann kam auch schon der restliche Körper mit der nächtsen Wehe. Ich griff unser kleines Baby unter den Armen und betrachtete es, wie es unter Wasser Grimassen zog. Vorsichtig hob ich es dann zu mir (aber nicht ohne zu gucken, was es war).

„Ein Junge!“, teilte ich allen mit.

Und sofort kamen die beiden Großen angerannt.

„Ich will ihm einen Kuss geben!“

„Oh der hat ja zwei Hände!“

„Und zwei Füße!“

Die beiden waren so stolz auf ihren kleinen Bruder! Sie waren überglücklich! Ich blieb noch eine Weile mit ihm im Wasser, aber das Salzwasser brannte etwas. Also gingen wir bald aus dem Pool und gingen ins Wohnzimmer auf das Sofa zum Kuscheln.

Mein Mann machte den Kindern Frühstück, aber unser großer Sohn, wollte nichts essen. Er ging nicht von der Seite seines kleinen Bruders. Er war sofort sein Beschützer und zwischen den Beiden herrschte seit dem ersten Augenblick eine sehr innige Verbindung. Ich wusste, dass es die absolut richtige Entscheidung war, die beiden bei der Geburt dabei gehabt zu haben. Wir konnten unser neues Familienmitglied zusammen Willkommen heißen und das ist ein Geschenk, für das ich für immer Dankbar sein werde! Die Geburt war intensiv und wunderschön! Und wir durften es gemeinsam erleben!

Bald kam dann auch unsere Hebamme und gratulierte uns erst einmal zu unserem kleinen Wunder. Sie gab mir Zeit und als ich bereit war, brachten wir gemeinsam die Plazenta zur Welt. Sie schob am Bauch etwas mit und ich presste noch einmal stark.

Ich hatte direkt nach der Geburt Nachwehen. Sie waren gleich viel stärker, als bei den ersten beiden Kindern. Nachdem die Plazenta geboren wurde, nabelte mein Mann ab. Wir fragten auch unseren großen Sohn, ob er helfen wollen würde, aber dann überwog doch der Hunger und er wollte lieber endlich Frühstücken. Unsere Hebamme half uns, ihn und seine Schwester zu versorgen. Sie gab ihnen etwas zu essen und zu trinken. Sie war also nicht nur für mich, sondern auch für unsere beiden Großen da. Es war eine tolle Atmosphäre. Nach 1,5 bzw 2 Stunden ging unsere Hebamme dann wieder und wir genossen unseren 1. Tag als fünfköpfige Familie! Wir waren überglücklich und sehr stolz auf uns und unseren kleinen Sohn.

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