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Beckenendlage (Steißlage) - Wenn das Baby mit dem Po nach unten liegt

Aktualisiert: 24. Apr. 2023

Wenn der Arzt oder die Hebamme die Diagnose "Beckenendlage" (BEL) bzw. "Steißlage" feststellt, dann heißt es es erst einmal Ruhe bewahren! Keine Panik! Bei einer Beckenendlage befinden sich die Babys im Bauch der Mutter in einer sitzenden Position. Der Po des Babys liegt also nach unten gerichtet.

Es ist ganz normal, dass sich ein Drittel aller Babys in 21. - 24 Schwangerschaftswoche noch in dieser Position befinden! Bis zum Ende der 37. Schwangerschaftswoche sind es nur noch ca. 4 %.

Baby in Beckenendlage
Baby in Beckenendlage

Warum liegt das Baby denn in Beckenendlage?

Ursachen für eine Beckenendlage gibt es viele. Aber einen wirklichen Grund dafür, gibt es kaum! Denn von diesen 4 % aller Babys, die sich gegen Ende der Schwangerschaft noch in Beckenendlage befinden, kann nur in 50 % der Fälle eine Diagnose dafür gestellt werden. Ursachen können dabei sein, dass die Nabelschnur zu lang oder zu kurz ist, die Frau eine tiefsitzende oder vorliegende Plazenta (Plazenta praevia) oder eine Mehrlingsschwangerschaft hat. Bei den anderen 50 % kann kein medizinischer Grund festgestellt werden.

Aber genau das macht Grund zur Hoffnung! Denn wenn es keinen medizinischen Grund gibt, dann ist es möglich, dass sich das Baby doch noch in die richtige Position dreht!


Klar zu Wendung?!

Du hast bestimmt schon einmal etwas von der sogenannten "Äußeren Wendung" gehört - in diesem Fall versucht man das Baby mit bestimmten Handgriffen in die richtige Ausgangslage (also die Schädellage) zu drehen. Dabei gibt es aber - wie bei allen medizinischen Eingriffen - gewisse Risiken.

Anhand der statistischen Erhebung der Berliner Klinik für Geburtsmedizin „Vivantes Klinikum Neukölln“, die ihre Statistik mit den Werten aus den Wendungsversuchen bei 1026 Frauen bezogen hat, können folgende Risiken auftreten:


Die wohl schwerwiegendste Komplikation der äußeren Wendung ist die vorzeitige Plazentalösung. In unserem Wendungskollektiv musste die Diagnose in 3 Fällen (0,3%) gestellt werden. Bei 4 Patientinnen (0,4 %) kam es innerhalb von 2 Stunden nach der äußeren Wendung zu einem vorzeitigen Blasensprung, bei 34 Patientinnen (3,3 %) wurden anhaltende Wehen innerhalb von 24 Stunden registriert. Vaginale Blutungen hatten 30 Patientinnen nach Wendung, was einem Prozentsatz von 2,9 % entspricht. (…) Im aktuellen Kollektiv war ein Notkaiserschnitt in zwei Fällen (0,19%)erforderlich. Der Eingriff wurde im unmittelbar dem Kreißsaal angrenzenden OP durchgeführt. Schnellsectiones nach Wendungsversuch waren auch in den Jahren 1980 bis Juni 1999 ein extrem seltenes Ereignis und wurden bei 25 Patientinnen von insgesamt 2026 durchgeführt, was einem Prozentsatz von 1,2 % entspricht.


Aufgrund von diesen Risiken, sollte die äußere Wendung nur als Notfallplan angesehen und niemals vor der 37. Schwangerschaftswoche angewendet werden!



Denn neben dem medizinischen Eingriff, gibt es noch die Möglichkeit zur sanften Wendung in Eigenregie:


Sanfte Lichtwende

Wenn du merkst, dass dein Baby wach ist und freudig in deinem Bauch strampelt, dann nimm dir genau jetzt eine Taschenlampe zur Hand. Stelle dich dann am besten bequem hin und führe ca. 5 Minuten lang die eingeschaltete Taschenlampe von oben über den Bauch nach unten (also vom Kopf des Babys - der sich ja in Schädellage oben befindet - zum Po des Babys). Viele Babys sind sehr neugierig und verspielt. Sie werden dieses Licht, welches durch die Bauchdecke scheint, interessiert betrachten und bei manchen Babys bewirkt dieses "Spiel", dass sie dem Licht nach unten folgen. Da du dich jetzt auch noch in aufrechter Position befindest, hilft die Schwerkraft deinem Baby und es kann sich drehen.


Sanfte Melodiewende

Das oben genannte "Spiel" kannst du nicht nur mit Licht spielen, sondern auch mit Musik. Es gibt nicht nur bei uns Erwachsenen den Unterschied "Visueller Typ" und "Akustischer Typ" - auch bei Babys, die sich noch im Mutterleib befinden, gibt es solche und solche. Manche Babys interessieren sich nicht für Licht, sondern für Töne. Nimm dir daher ein hellklingendes Glöckchen und befestige es an deinem Hosenbund. Dein Baby wird das Klingeln hören, sobald du dich bewegst, und da du dich, wenn du läufst, ebenfalls in einer aufrechter Position befindest, kann es sich leichter zum Geräusch drehen.


Indische Brücke

Eine weitere Möglichkeit, dein Baby zu drehen, ist die sogenannte "Indische Brücke". Lege dir dazu eine Yogamatte bereit oder lege dich auf einen weichen Teppich. Du kannst als Unterstützung ein Kissen unter den Po schieben. Anschließend stemmst du deinen Po, wie auf dem linken Bild, nach oben. In dieser Position bleibst du dann ca. 5 - 10 Minuten - aber nie länger als 15 Minuten! Mache diese Übung bitte nur so lange, wie du dich wohl fühlst!

Diese Übung soll dazu führen, dass das Baby etwas nach oben rutscht, also mit dem Po raus aus deinem Becken. Gehe nach der Übung in den Vierfüßlerstand und warte ab was passiert. Im Vierfüßlerstand liegt dein Baby wie in einer Hängematte und, da es nun nicht mehr mit dem Po im Becken "steckt", kann sich in dieser "Hängematte" drehen.



Neben diesen 3 Möglichkeiten in Eigenregie, gibt es auch noch Möglichkeiten zur Wendung durch die Hebamme oder den Heilpraktiker:


Akupunktur

Hierbei behandelt die Hebamme oder der Heilpraktier mit feinen Nadeln die Meridianpunkte, die für die Gebärmutter und das kleine Becken zuständig sind. Durch diese Behandlung soll das Baby den Impuls bekommen, sich zu drehen.


Moxen

Ebenfalls lässt sich eine Drehung durch Moxibution unterstützen. Während dem Moxen befindests du dich in Knie-Ellenbogen-Lage bzw. dem Vierfüßlerstand während die Hebamme oder der Heilpraktiker behutsam einen Akupunkturpunkt (am kleinen Zeh) mit Wärme behandelt. Hierfür nimmt sie oder er eine glimmende Moxazigarre aus Beifuß.


Reflexzonen-Therapie

Die Reflexzonen-Therapie ist eine Behandlung, die sich im Laufe von vielen Jahrzehnten weiterentwickelt hat. Sie wurde aus altem Volkswissen zu einer exakt ausgearbeiteten Therapie entwickelt. Hierbei geht man davon aus, dass es an den Füßen und Händen Zonen gibt, die den Zustand verschiedener Körperteile anzeigen.

Um Babys bei einer Beckenendlage zum Drehen anzuregen, kann die Reflexzonen-Therapie zusammen mit der indischen Brücke und dem Moxen eingesetzt werden.


Webster-Technik

Diese Methode zählt zur Chiropraktik. Hierbei wird gezielt, sanft und sicher, das Kreuzbein der Schwangeren in die richtige Position gebracht. Außerdem werden die Mutterbänder vorsichtig gedehnt. Durch diese Technik verschwinden dann die unphysiologischen Spannungszustände der Gebärmutter (denn auch die Gebärmutter ist ein Muskel! Und Muskel können sich verspannen.). Das Baby hat dadurch die Möglichkeit sich zu Drehen.


Hypnose

Weiterhin gibt es auch noch die Möglichkeit, das Baby durch Hypnose zum Drehen zu bewegen. Da es, wie bereits geschrieben, in 50 % der Fälle, keine medizinische Erklärung für die Beckenendlage des Babys gibt, kann es sein, dass es daran liegt, dass die werdende Mutter das Baby nicht loslassen möchte. Die Geburt ist der erste Zeitpunkt, während der gemeinsamen Lebensreise mit deinem Baby, an dem du als Mutter das Baby "loslassen" musst. Es wird im Leben deines Kindes noch viele solcher Momente geben - das Baby lernt krabbeln und laufen und macht sich selbstständig auf den Weg, dein Kind geht in den Kindergarten, in die Schule, zum Studium, heiratet, usw. All das sind Momente, in denen wir als Mutter unsere Kinder loslassen müssen! Doch das kann manchmal auch schwierig sein. Und manchmal gibt es noch etwas in uns, das uns hindert loszulassen. Und genau hier greift die Hypnose ein! Denn wenn Ängste oder Sorgen im Spiel sind, sind wir angespannt und unsere Muskeln verkrampfen sich.


Ein Beispiel - außerhalb der Schwangerschaft - ist die Angst vor Spritzen. Wenn jemandem, der Angst vor Nadeln hat, eine Blutentnahme bevor steht, geht diese Person voller Anspannung zum Arzt. Er verkrampft seinen gesamten Körper und "macht zu". Auch wenn der Arzt nun die Nadel einführt, wird kein Blut kommen, denn sein Körper lässt nicht los.


Und genau so ist es auch mit dem Baby. Hat die Mutter noch Ängste, Zweifel oder Sorgen aufgrund der bevorstehenden Geburt, macht die Gebärmutter zu. Sie verkrampft sich und lässt ein Loslassen des Babys nicht zu. Mit Hilfe der Hypnose können nun aber diese Sorgen, Zweifel, Unsicherheiten oder Ängsten der werdenden Mutter aufgelöst werden! Dadurch hat das Baby die Möglichkeit sich zu drehen. D


Außerdem gelangen durch die Nabelschnur nicht nur Nährstoffe zu deinem Baby, sondern auch Emotionen (durch sogenannte Hormone (Botenstoffe)). Wenn die Mutter Angst verspührt, gehen die Hormone, die dafür verantwortlich sind, ebenfalls zum Baby. Das Baby fühlt ebenfalls diese Angst. Das kann zur Folge haben, dass das Baby diese Angst der Mutter wortwörtlich "aussitzt".



Eine gute Möglichkeit Ängste, Sorgen, Unsicherheiten oder Zweifel schon früh aufzulösen, bietet ein HypnoBirthing Kurs! Durch diese Art der Geburtsvorbereitung wird die werdende Mutter nicht nur körperlich, sondern auch mental auf die Geburt vorbereitet. Man lernt mit seinen Ängsten und Sorgen umzugehen und entspannt der Geburt entgegen zu blicken!


Wie du siehst, gibt es viele erfolgreich erprobte Möglichkeiten, mit denen du dein Baby dazu bringen kannst, sich zu drehen!

Aber auch wenn keiner der Versuche geholfen hat, gibt es immer noch die Möglichkeit, einer spontanen Beckenendlagengeburt! Denn die Beckenendlage ist eine geburtsmögliche – wenn auch seltene – Lage!

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